Öffnungszeiten

Mi–So 12–18h


Eintritt frei!

Die letzte Ausstellung des Jahres 2026 trägt den Titel Es bewegt sich was. Künstler*innen thematisieren Bewegung oder produzieren Kunst mit beweglichen Elementen in einer Zeit großer Verän­derungen. Sie reagieren damit auf eine Phase der Instabilität, aber auch auf Anzeichen realer Fortschritte.

2026 heißt 20 Jahre „arti“ – der Kunstpreis für Wolfsburger Künstler*innen.

Für die Ausstellung wurden aus allen Einreichungen Anka Blank, Dilara Cansi, Joachim Nita, Sophie Olive-Kuipers, Hannah Ott, Monika Salmanyan, Walter Winter und Marie-Lena Zahn von einer hochkarätigen Jury ausgewählt. Aus den Nominierten werden zur Eröffnung am 21.05. die drei Preisträger*innen gekürt. 

„Die Welt als Mosaik“ lautet das Thema des arti 2026, mit dem sich alle gezeigten Arbeiten auseinandersetzen. Dabei unterscheiden sich nicht nur die Herangehensweisen an das Thema, auch ein breites Spektrum an Medien ist vertreten: Malerei, Objekte, Keramik, Fotografie oder Sound. Die alte Technik des Mosaiks steht für die Fähigkeit des Menschen, verschiedenartige Elemente zu einer Einheit zu verbinden. Die anfängliche Unordnung wird in eine überzeugende Ordnung verwandelt. So zeigt auch die Ausstellung der Nominierten ganz heterogene Positionen, die durch das Thema miteinander verbunden sind. Außerdem haben – das ist Voraussetzung zur Teilnahme – alle Künstler*innen ihren Lebensmittelpunkt in Wolfsburg. Die „arti“-Ausstellung, die alle zwei Jahre stattfindet, beweist, wie lebendig die Wolfsburger Kunstszene ist und fördert deren Sichtbarkeit. Dazu trägt auch der Katalog bei, der zu jeder arti-Ausstellung erscheint. 

Die Ausstellung „Surrrrealität“ vereint sechs zeitgenössische Künstler*innen in deren Arbeiten sich surreale Tendenzen erkennen lassen. Dabei geht es ihnen nicht um eine neoromantische, rückwärtsgewandte Betrachtung der Welt oder der Kunstgeschichte, sondern um eine Auseinandersetzung mit dem Widersprüchlichen, dem Antagonistischen. Der vor hundert Jahren entstandene Surrealismus wird in der Kulturgeschichte als künstlerische Antwort auf eine Realität, die man im Grunde ablehnt, gesehen. Es wird eine Über-Realität, also Surrealismus gesucht. Auch in unserer heutigen Gegenwart kollidieren heterogene, teils widersprechender Fakten und Entwicklungen. Viele Menschen haben Schwierigkeit nicht nur mit der Gegenwart, sondern auch mit negativen Zukunftsprognosen. So sind die vier „r“ im Ausstellungstitel abgeleitet vom häufig verwendeten grrrr, signalisieren also Frustration, Ärger aber auch Wut in der Auseinandersetzung mit unserer Zeit. In gewisser Weise kommentieren surrealistische Tendenzen in der Gegenwartskunst heute den Zerfall einer tradierten rationalen Ordnung.

Mit Werken von Fehmi Baumbach, Media Esfarjani, Mathilde Juel, Younhee Kim, Sophia Süßmilch, Jakob Zimmermann

 

Eröffnung: 27.11.2025

Ausstellung: 28.11.2025-8.2.2026

Klara Hobza, Frenzy Höhne, Pia vom Ende, Emil Wesemann

Wie das Abenteuer so ist auch das Wagnis mit Hoffnung verbunden, es richtet sich auf eine noch offene, gestaltbare Zukunft und hat experimentellen Charakter. „etwas wagen“ ist dabei keine leichtfertige Handlungsaufforderung. Vielmehr muss eine Unzufriedenheit mit der aktuellen Situation sowie die Notwendigkeit zur Handlung existieren. Wagnisbereitschaft stellt eine unverzichtbare elementare Fähigkeit für die Fortentwicklung des Menschen und allgemein der Menschheit dar. Die Künstler*innen Klara Hobza, Frenzy Höhne, Pia vom Ende und Emil Wesemann vereint, dass das Wagnis dabei nicht Ziel ihrer Arbeit ist, vielmehr findet es sich auf verschiedenen Ebenen in allen vier Positionen wieder: ob ästhetisch, als Teil des Prozesses oder als (Un-)Möglichkeit zum Imaginieren einer anderen Zukunft.

Helga Pape ist die Grande Dame von Schloss Wolfsburg. Sie ist als frühes Mitglieder der Künstlergruppe „Schloßstraße 8“ bekannt, von 1963 bis 1989 beteiligte sie sich an zahlreichen Ausstellungen der Gruppe. Darüber hinaus wurden ihre Werke auch z.B. auf der Radierbiennale in Buenos Aires präsentiert und ausgezeichnet, außerdem wurde sie in den 1970er Jahren von gleich zwei New Yorker Galerien vertreten. Eine längere Reise führte sie im selben Jahrzehnt nach Afghanistan, in eine Region, die sie nachhaltig beeindruckte. Zahlreiche Gemälde und Crayons in unterschiedlichen Ausdrucksformen entstanden als Folge dieses Aufenthalts.

Heute ist Helga Pape 85 Jahre alt – Zeit einen neuen Blick auf ihr umfassendes Oeuvre in den Jahren 1964 bis 2017 zu werfen und dabei Überraschendes zu entdecken. So eine bedeutende Künstlerin darf in Wolfsburg nicht in Vergessenheit geraten!

Die Ausstellung „Abenteuer Körper“ geht vom menschlichen Körper als einem höchst komplexen System aus, das permanent in Veränderung ist. Sowohl beim Heranwachsen als auch im hohen Alter sind die Prozesse der Veränderung am deutlichsten sichtbar. 

Gleichzeitig ist der Körper eine Entität, die vom Menschen modifiziert werden kann, Entwicklung und Aussehen des Körpers können selbst bestimmt werden. Mit der Bewegung von LGBTQ+ hat die bewusste Modifikation des Körpers einen politischen Charakter bekommen und das binäre System von Mann und Frau wird in eine Vielfalt von Geschlechtern verwandelt.

Auch wechselnde Schönheitsideale können Anlass für Veränderungen des Äußeren sein. Neben Sport- und Fitness-Aktivitäten sind gegenwärtig Tätowierung, Piercing, Nageldesign, Botox-Behandlungen und sogenannte Schönheitsoperationen die geläufigen Methoden der Körpermodifizierung. Dabei ist es – gerade auf Social Media – ein schmaler Grat zwischen einfachen Trends und krankhafter Selbstoptimierung aus Angst vor Diskriminierung. Flüchtigere Eingriffe dagegen können Ergänzungen durch Kleidung, Schmuck und Make-Up sein.

Alle Künstler*innen der Ausstellung „Abenteuer Körper“ schaffen eigene, persönliche Zugänge zum menschlichen Körper und seinen vielschichtigen Transformationsmöglichkeiten und setzen diesen ins Verhältnis zu gesellschaftlichen Zuschreibungen, Erwartungen und Normen. Nicht einfach nur um diese zu hinterfragen, sondern um sie zu verändern.

Mit Dawit Abebe, Makiko Harris Eden Nael Liedtke , Daniel Ramos Obregón, Jette Noa Reuter, Lex Schnäbele, Valentin Wedde

Der Begriff des Abenteuers ist eng mit dem Begriff der Hoffnung verbunden, also mit etwas, das nicht abgeschlossen ist. Das Abenteuer impliziert einen Mög­lichkeitsraum. Eine Reise kann der Aufbruch zu so einem Abenteuer sein, zu neuen Erfahrungen und neuen Bekanntschaften. 

Die Form des Reisens, die in der Ausstellung angesprochen wird, hat nichts mit dem Entdeckungs- und Eroberungsdrang früherer Jahrhunderte zu tun, vielmehr ist die Hoffnung auf außergewöhnliche Erlebnisse die Motivation für das Aufbrechen in mehr oder weniger weit entfernt liegende Regionen. In der Ausstellung „Auf Reisen“ werden Werke gezeigt, die besondere Erfahrungen an bereisten Orten in Form von künstlerischen Arbeiten und Projekten öffentlich machen.

Von Delia Samila Naghavi Alhosini ist die Videoinstallation „Love & Luxury“ zu sehen. Ausgangspunkt der Arbeit ist eine Hochzeit in Dubai. Ausgehend von dieser Kulisse setzt sich die Künstlerin mit Fragen nach dem Verhältnis von Liebe, Ehe, Kapitalismus und Patriarchat auseinander.

Die Fotoserie von Devah Falcone ist zwischen sozialem und künstlerischem Projekt angesiedelt. Als Mitbegründerin und Vorsitzende des Wolfsburger Vereins „Bildung für Kinder in Afghanistan e. V.“ reist sie häufig nach Afghanistan und dokumentiert ihre dortigen Eindrücke, dabei ist ihr Anliegen, ein differenziertes Bild von Afghanistan zu zeigen.

In „Beirut aufessen“ hat Till Krause seine Streifzüge zu Fuß durch die libanesische Hauptstadt 2005 dokumentiert. Die Routen folgten verschiedenen Handlungsanweisungen, und es war Prämisse, bei jeder Möglichkeit eine Mahlzeit einzunehmen – wodurch eine ganz eigenwillige Kartierung entstand. Die Blätter mit den Aufzeichnungen werden in der Ausstellung präsentiert.

Von Atiye Noreen Lax werden zwei Videos gezeigt, „Haymat“ und „restlessness“. Aufgewachsen zwischen der deutsch-türkischen und pakistanischen Kultur ist die Auseinandersetzung mit Fragen der kulturellen Zugehörigkeit, mit Entwurzelung und Fernweh zentral für ihre Arbeit.

„künstlich“ ist die letzte Ausstellung zu unserem Jahresthema „ent-spalten“. Und auch hier wird wieder ein Brückenschlag unternommen – nämlich der zwischen vermeintlich künstlichem und natürlichem. Mit dem Ausstellungstitel „künstlich“ ist weniger die Praktiken und Anwendungsmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz gemeint, sondern vor allem Produkte wie z. B. künstliche Nägel oder Haare, mit denen wir unsere Körper modifizieren oder unsere Nahrung mit Hilfe chemischer Substanzen transformieren. In diese Thematik fallen auch neue Methoden der Reproduktion, insbesondere dem Ersetzen des Originalen durch digitale Bildmedien;

Die Berliner Künstlerin Johanna Spieker präsentiert in „künstlich“ das Hologramm eines Lachses, der sich sogar zu bewegen scheint. Eloïse Bonneviot & Anne de Boer (NL/F) laden zu einem höchst außergewöhnlichen selbstentwickelten Computer Game ein, das die Veränderungen von Ökosystemen thematisiert. „Blätterlaub“ ist das Thema der mehrteiligen Installation der koreanischen Künstlerin Young Hyun Jeon. Raffinierte Verbindungen von künstlicher und realer Natur sind auf den Fotoinszenierungen und Filmen von Conrad Veit & Charlotte Maria Kätzl zu entdecken.

 

Die Ausstellung wird freundlicherweise gefördert vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, der Stadt Wolfsburg und der Stiftung Niedersachen.

In ihrer Ausstellung „how much of you is repetition?“ geht Franziska Nast auf vielfältiger Weise Fragen von Wiederholung nach. Dabei wird Wiederholung aber nicht als Stillstand oder Langeweile verstanden, sondern als eine produktive Kraft. Ausgangspunkt sind Fundstücke, autobiografische Materialien sowie popkulturelle und kunstgeschichtliche Referenzen, die dann in ihrem Archiv aus Texten, Skizzen, Zeichnungen, Fotos und Objekten erfasst werden.

Im Kunstverein Wolfsburg zeigt Franziska Nast vor allem neue oder aktualisierte Arbeiten. Dabei wohnt diesen häufig ein Art Déjà-vu Effekt inne. Dieser entsteht nicht nur durch das Erkennen von Bezügen zu Be- kanntem, wie z.B. bei den Tisch-Objekten „LL Cool J“ oder „La Paloma“ mit ihren Referenzen an Popmusik, sonder auch als Selbstbezug auf den künstlerischen Kosmos von Franziska Nast.

Die dieses Jahr entstandenen, überdimensionalen, gebleichten Sweatshirts verweisen zum Beispiel auf ihr Fashion-Label „Fack Fushion“, das sie bereits vor ihrem Studium an der HBK Braunschweig (2005 – 2011) gründete. Für ihre Modekollektion kauft sie Pullover und T-Shirts secondhand und wertet diese durch ver- schiedene Methoden wie z.B. Bleichen zu Unikaten auf.
Gleichzeitig dienen die Riesen-Sweatshirts in der Ausstellung als Projektionsfläche für Videoarbeiten. Sie sind Selbstporträts der Künstlerin – einmal als digitales Avatar, einmal tausende Selfies. Während das eine Video („nasty coming in zick-zack loops directly from outta space“) die Künstlerin als 3D-Scan in die Zeit- losigkeit des Outer Space vervielfältigt, wird im anderen Video („I’ve seen that face before“) dagegen anhand von über 10.000 Fotos, seit 2006 mit der Frontkamera ihres Laptops aufgenommen, Zeit verdeutlicht.

Wie Franziska Nast ihre Medien immer wieder wechselt und neu aufeinander bezieht, wechselt sie auch ihre Rollen. Neben ihrem Schaffen als Künstlerin ist sie auch Tätowiererin und Mitbegründerin des Kunstverein St. Pauli.

Für die Ausstellung im Kunstverein kommt nun eine weiter Rolle hinzu, zum ersten Mal ist Franziska Nast als Ms Nasty nun auch Musikerin. Gemeinsam mit dem Hamburger Musiker Knarf Rellöm hat sie den Song zur Ausstellung produ- ziert: „How much auf you is Räpp-e-tition?“. Diesen werden die beiden am Eröffnungsabend live performen.