Öffnungszeiten

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Fr 14–17
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Eintritt frei!

Alles eine Frage der Energie

Der Kunstverein Wolfsburg beschäftigt sich im Jahr 2020 auf vielschichtige Weise mit dem virulenten Thema der Energie. Das Problem des steigenden Energiebedarfs ist offensichtlich. Bis 2040 soll laut IEA (Internationale Energieagentur) der globale Verbrauch um 30 % anwachsen. Um diese Situation zu verbessern und den Klimawandel abzuwenden oder wenigstens zu verlangsamen, muss einerseits auf regenerative Energiequellen umgestellt und gleichzeitig erheblich Energie eingespart werden. Diese Entwicklung ist mit einem großen gesellschaftlichen und ökonomischen Transformationsprozess verbunden und wird nicht allein mit dem Wechsel von fossiler zu erneuerbarer Energie allein abgedeckt. Durch den Klimawandel und seine drastischen Folgen hat das Thema der Energie besondere Brisanz gewonnen und gerade junge Menschen politisiert, wie die Protestveranstaltungen von „Fridays for Future“ zeigen. Wirtschaftsbereiche wie die Automobilindustrie sind von diesem Prozess im besonderen Maße betroffen. Wobei eine Umstellung auf E-Mobility auch durch infrastrukturelle Veränderungen wie z. B. der Ausbau eines dichten Ladesäulennetzes begleitet würde – Maßnahmen, die auch unsere Stadtlandschaft verändern werden. Die genannten immensen Umwandlungsprozesse haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass diese auch von zahlreichen Künstler*innen aufgegriffen wurden, denen wir im Jahr 2020 unsere Aufmerksamkeit schenken wollen.

Einerseits setzt sich das Jahresthema „Alles eine Frage der Energie“ mit Energiefragen im sozialen, ökologischen und ökonomischen Zusammenhang auseinander, andererseits will sich der Kunstverein Wolfsburg auch mit dem persönlichen Umgang des Menschen mit dem Phänomen der Energie beschäftigen. So scheint jedes Individuum heute mit zahlreichen Angeboten, seine Leistung zu erhöhen, konfrontiert zu sein. Mit unterschiedlichsten Methoden – vom Energy Drink über den Powernap bis zu speziellen Musikformen – soll seine Energie gesteigert werden. Daher werden auch die individuellen Energiekomponenten in dem Jahresprogramm 2020 berücksichtigt werden.

Die Ausstellungen

Auf einzigartige Weise setzt sich seit vielen Jahren die Berliner Künstlerin Folke Köbberling mit der angesprochenen Thematik auseinander. Der Kunstverein Wolfsburg widmet ihr deswegen eine Einzelausstellung, die aktuelle und vergangene Projekte zusammenführt. Folke Koebberling widmet sich in ihren Werken der Veränderung der Industrieproduktion und der urbanen Landschaften aus ökologischer Sicht. Der Kunstpreis arti, der 2020 wieder vom Kunstverein Wolfsburg verliehen wird, knüpft thematisch an die Energiefrage an, auch wenn das genaue Wettbewerbsthema wie immer erst mit der offiziellen Ausschreibung bekannt gemacht wird. Auch die Kunstwelt sollte sich verstärkt Gedanken über die sinnvolle Verwendung von Energie machen. Regenerative Energien und Energiesparen sollen zukünftig auch in der Ausstellungspraxis miteinbezogen werden. Die Ausstellung „Erneuerbare Energien“ des Kunstverein Wolfsburg greift diese Überlegungen als Thema für eine Gruppenausstellung auf und lädt dazu unter anderem Emanuel Mooner ein, der im Sommer 2019 in München die erste Solar-Akku betriebene Kunstausstellung präsentierte. In „Too much power (too less power)“ werden künstlerische Arbeiten gezeigt, die sich mit dem Streben nach Selbstoptimierung, nach mehr persönlicher Energie auseinandersetzen. Als konträres Phänomen wird auch die Situation des Ausgepowert-Seins miteinbezogen. Denn ein Zuviel-an-Energie kann als Folge auch das Gegenteil nach sich ziehen.