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Eintritt frei!

  Anna-Maria Meyer

 Dendriten

Eröffnung: 27. Juni 2019, 19 Uhr

Ausstellungsdauer: 28. Juni bis 4. August 2019

Ab Ende Juni werden im Raum für Freunde des Kunstverein Wolfsburg Arbeiten von Anna-Maria Meyer präsentiert. Die Braunschweiger Künstlerin setzt sich vorrangig mit der Natur und deren „Auswüchse“ auseinander. Dabei greift sie die vorgefunden biomorphen Strukturen auf, überträgt diese in verschiedene Medien (z. B. Objektträger, Overhead-Projektor oder Bleistiftzeichnung) und schafft so eindrucksvoll differenzierte, teils wuchernde, teils morbid anmutende Formen.

Der aus dem lateinischen abgeleitete Terminus der Dendriten, den Anna-Maria Meyer als Titel ihrer Ausstellung wählte, beschreibt Verästelungen und Verzweigungen wie sie etwa bei Zellstrukturen in der Biologie oder bei Schnee- und Eiskristallen in der Geologie vorkommen. Die Künstlerin möchte die Besucher*innen animieren genau hinzusehen und neugierig zu sein und kreiert so letztlich eine Ode an das Sehen.

 Anna-Maria Meyer (*1987) schloss im Jahr 2014 ihr Studium Bildende Kunst bei Professorin Kerstin Drechsel und Professor Johannes Spehr an der Kunsthochschule Kassel mit Auszeichnung ab. In der Vergangenheit war sie vor allem mit Ausstellungen in der Region präsent, so beispielsweise zuletzt im Museum für Photographie Braunschweig, im BBK Braunschweig oder im Schloss Wolfenbüttel. Anna-Maria Meyer lebt und arbeitet in Braunschweig.

Meine Axt teilt meinen Lieblingstisch

Ton Bild Bewegtbild und Text zum bisherigen Lebensweg des Hamburger Labels Buback

1.4.-01.05.2011

Eröffnung: 31.3.2011, 19 Uhr

Konzert: „3 normal beatles“, 20 Uhr

Ausgewählter Ort 2011

Wie soll ich das jetzt sagen. Dass ich mich schäme. Für die Popbeauftragtheit und so. Auch ich bin schließlich ein Land der Ideen. Sprechgesang mit Migrationshintergrund. Skill the nation with a groove. Aber ich spüre, wie sich allmählich zarte Wurzeln bilden, mit denen ich in meine verdammte Popidentität hineinwachse. Auch ich will endlich wer sein. (Nach all der Zeit). Und die Musik ist für mich nun mal die ehrlichste Form, zu meiner Stadt und ihren Gefühlen wieder zurück zu finden. Das muss gehen. Scham reinigt. Außerdem muss man den Kindern doch auch mal Werte vermitteln dürfen, weil wir schon früher besser waren. Wo man doch sowieso schon total verstanden wurde, vor allem von denen, die nichts kapieren. Also in diesen Zeitungen, die sie eben haben. Und den Radios. Und diesen Scheiß-Tabellen! Und Listen. Oder meinetwegen, dass man sich einfach mal selbst thematisiert. Also wir. In irgendwelchen Rahmen. Und diesen Räumen, die es gibt. Dafür sind die doch da. Das muss doch möglich sein! Das ist meine Selbstdarstellung und ich brüll rum, wenn ich das meine. Weil: Man kann das Laub eines Baumes bis in alle Ewigkeit beschneiden, aber das bringt nichts; ein Baumschnitt bringt nichts. Der Baum wird nur stärker dadurch. Okay!?! Was ich sonst noch zu sagen hätte, dauert drei, vier Ausstellungen. Ist mir egal, wofür ihr mich haltet, aber hoffentlich für dünn, dünn, dünn.

Julia Gebauer ist in Wolfsburg keine Unbekannte. In der Stadt geboren, gewann sie im Jahr 2010 den arti, den alle zwei Jahre ausgeschriebenen Preis für Wolfsburger Künstler*innen. Nachdem sie damals als 1. Preisträgerin in einer Gruppenausstellung vertreten war, erhält sie nun im Raum für Freunde ihre erste Einzelausstellung im Kunstverein Wolfsburg. Die Künstlerin, die auch unter dem Pseudonym Lia Bergaue präsent ist, präsentiert in ihrer Geburtsstadt die raumgreifende Videoinstallation wolfsburg – oodnadatta – sundance (2018/2019), für die sich unter anderem den gesamten Boden des Raums mit Sand bedeckte und die gleichzeitig ihre Abschlussarbeit an der Kunsthochschule Berlin Weißensee darstellte.

 

Der ganze Boden des Raum für Freunde ist mit Sand bedeckt. Ein darauf projiziertes Video nimmt den Betrachter mit auf eine virtuelle Reise, die – wie bereits der Titel anmerkt – von Wolfsburg über Oodnadatta nach Sundance führt. Die Erforschung dieser speziellen Orte stand am Anfang ihrer Recherche. Während Wolfsburg als Automobilstadt bekannt ist, die australische Stadt Oodnadatta mit 270 Einwohnern als heißester Ort der Welt gilt, ist das kanadische Sundance nur noch als Sattelitenbild überliefert, nachdem die Bauarbeiten eines Staudammes dort abgeschlossen waren und der Ort wieder dem Erdboden gleichgemacht wurde. Kleine Spiegelfragmente auf dem Sand fangen die aus Google Earth exportierten Videobilder auf und werfen sie nicht nur an die Wände des Raums, sondern zugleich in die Realität der Betrachtenden. Die Reiseskulptur, wie die Künstlerin ihr Werk nennt, versteht sich als permanent wandelnde lebendige Form, die sich als unsichtbares Feld dem Betrachter und der Installation aufspannt. Sie dient der Reflektion, inwiefern die Wirklichkeit sich aus einer Projektion vergangener Strukturen in die Zukunft reproduziert. Dabei handelt es sich um einen experimentellen Versuch sich einem konkreten Bewusstsein der Gegenwart und des Gegenwärtig-Seins anzunähern und sich selbst als poetisches und schöpferisches Wesen wahrzunehmen.

 

Julia Gebauer wurde 1982 in Wolfsburg geboren. Von 2003-2009 studierte sie an der TU Braunschweig Pädagogik, Psychologie, Soziologie, Philosophie. Anschließend absolvierte sie von 2014-2018 ihren Master im Studium der Raumstrategien (art in public spaces) an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Julia Gebauer lebt und arbeitet in Berlin.

 

Die Ausstellung wird freundlicherweise von der Stadt Wolfsburg sowie vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert.

arteen 2018 – der Kunstpreis für Kinder & Jugendliche

Das Ausstellungsprojekt der Wolfsburger Künstlerin Bettina Hackbarth stellt den Übergang der Malerei in die digitale Welt mit der Blockchain als sicheren Speicherort dar. Dabei wird Malerei neben digitaler Kunst ausgestellt, die Bettina Hackbarth in die Blockchain implementiert und auf diesem Weg verkäuflich macht. Die Künstlerin sieht das kryptografische Verfahren der Blockchain als wegweisend für einen digitalen Kunstmarkt an.

 

 

 

Arbeiten von Studierenden des Instituts für Architekturbezogene Kunst / TU Braunschweig

Noch ehe sich Günter Franzkowiak nach seiner Lehre als Werkzeugmacher im Volkswagenwerk seinen ersten Käfer kaufen konnte, erwarb er eine Spiegelreflexkamera und hielt damit immer wieder Momente aus seiner Umgebung fest, insbesondere aber jenen Ort, an dem er einen Großteil seiner Zeit verbrachte: seinen Arbeitsplatz. Ab Anfang der 1950er Jahre war er mit seiner Kamera aus eigenem Antrieb und ohne spezielles Konzept im Volkswagenwerk unterwegs und fotografierte seine Kollegen, sowohl aus dem Werkzeugbau als auch aus anderen Abteilungen. Er dokumentierte Arbeitsabläufe ebenso wie Maschinen und besondere Anlässe wie Pausenmomente. Die entstandenen Fotografien sind nicht nur als sozialhistorische Zeugnisse interessant, sondern verweisen auch auf ein besonderes Kapitel in der Geschichte der Fotografie.

Die sogenannte Arbeiterfotografie war in Deutschland besonders in den Jahren zwischen 1925 und 1935 populär, stagnierte jedoch während der Zeit des Nationalsozialismus. Ab den 1960er Jahren griffen wieder vermehrt Amateure zur Kamera und ermöglichten als Fotografen „aus den eigenen Reihen“ einen ganz besonderen Blick auf die Arbeitsvorgänge. Zu dieser zweiten Welle der Arbeiterfotografie zählen auch die Fotografien des Wolfsburgers Günter Franzkowiak, der immer noch in der Stadt lebt.

Von Eva Nick (Wolfsburger Nachrichten) während des Lebeck-Wettbewerbs entdeckt, reifte sogleich mit dem Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation die Idee zu einer Ausstellung. Mit dieser Idee trat das IZS an den Kunstverein Wolfsburg heran. Die gemeinsam erarbeitete Ausstellung präsentiert eine kleine Auswahl von 27 Fotografien Günter Franzkowiaks im „Raum für Freunde“ des Kunstverein Wolfsburg. Zur Eröffnung am 11. April um 19 Uhr wird der Fotograf, der nun schon viele Jahre Rentner ist, selbstverständlich anwesend sein und dann auch die eine oder andere Geschichte, die hinter den Bildern steht, preisgeben. An einem Sondertermin am 24. April um 19 Uhr widmen sich zudem der Historiker und Soziologe Dr. Peter Birke vom Institut für Soziologie in Göttingen, ausgewiesener Kenner für die Geschichte der Arbeitskämpfe, der Gewerkschaften und der historischen Arbeitssoziologie, im Gespräch mit den Kuratoren Dr. Justin Hoffmann (KV Wolfsburg) und Dr. Alexander Kraus (IZS) dem Thema „Arbeitsverhältnisse gestern und heute“. Begleitend zur Ausstellung erscheint die neue Ausgabe von „Das Archiv. Zeitung für Wolfsburger Stadtgeschichte“ als Themenheft und ist ganz den Fotografien Günter Franzkowiaks gewidmet.

Ralf Tekaats künstlerisches Medium ist die Zeichnung, dies können kleinformatige Bleistift- oder Farbstiftzeichnungen sein, ebenso wie große Wandinstallationen. Eine Besonderheit seines Schaffens sind Zeichnungen verschiedenster Techniken, die Eisberge zeigen. 2017 startete der Künstler eine Crowdfunding-Kampagne und sammelte so das Geld für eine Stipendien-Reise in die Polarregion Spitzbergen, einem der wenigen Orte auf der Erde, an dem man noch echte Eisberge vorfindet. Noch. Denn bedingt durch den Klima-Wandel schmilzt das arktische Eis zunehmend und die Erscheinung von Eisbergen wird in absehbarer Zeit nicht mehr Teil unserer Welt sein. Die Reise und die Zeichnungen werden in der Ausstellung thematisiert.

Ralf Tekaat hat sich auf verschiedenen Ebenen mit den Eisbergen auseinandergesetzt und auch diverse Texte verfasst, die unter anderem auf seinem Reiseblog zu finden waren: „Im Mai 2017 bin ich nach Spitzbergen gefahren um dort Eisberge zu zeichnen. In Spitzbergen mache ich mich auf die Jagd. Nach dem Eisberg, nach meinem Eisberg. Der Weiße Riese, der mich in meinen Träumen verfolgt. Ich zeichne. Ich trotze dem Sturm. Ich trotze der Kälte. Ich zeichne. Das Papier knattert im Sturm. Das Papier fliegt. Ich zeichne. Ich laufe. Ich verstecke mich vor Eisbären. Ich zeichne. Ich suche den perfekten Blick auf den tollsten Eisberg. Ich breite meine Papiere aus. Ich zeichne. Ich zeichne die Eiskristalle, analytisch. Meine Bleistifte sind gefroren. Sie splittern, sie knacken. Sie sind kalt. Mir nicht, denn ich zeichne. Das Aquarellwasser friert. Der Gletscher kalbt. Die Eisscholle taumelt. Ich zeichne. Die Eisscholle treibt mich an meinem Eisberg vorbei. Ich bin im Packeis. Ich zeichne.“

Ralf Tekaat studierte visuelle Kommunikation in Münster und anschließend Freie Kunst in Bremen bei Wolfgang Schmitz and Paco Knöller und war Meisterschüler bei Paco Knöller. Er erhielt verschiedene Preise und Stipendien und hatte diverse Einzel- und Gruppenausstellungen u . a. in Bonn, Berlin, Hannover, Bremen. Seit 2005 hatte regelmäßig verschiedene Lehraufträge an der Hochschule für Künste in Bremen. Er lebt in Berlin.

Die Ausstellung wird unterstützt vom Niedersäsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur.