Öffnungszeiten

Mi–Do 10–17
Fr 14–17
Sa 13–18h
So u. Feiertags 11–18h


Eintritt frei!

Joanna Schulte

31/08–30/09/2018

Weisst du, was ich manchmal denke? Es müsste immer Musik da sein. Bei allem, was du machst.
Und wenn’s so richtig scheiße ist, dann ist wenigstens noch die Musik da. Und an der Stelle wo’s am allerschönsten ist, da müsste die Platte springen und du hörst immer nur diesen einen Moment.

Absolute Giganten

Nicht nur der Titel von Joanna Schultes Ausstellung im Raum für Freunde beinhaltet eine Tautologie, die gesamte Soundinstallation, die sie im Kunstverein Wolfsburg installiert hat, ist auf das Motiv der Dopplung ausgerichtet. In Stereo Twice (dt.: zweimal Stereo) stehen sich zwei Musikmöbel aus den 1960er Jahren gegenüber. Auf den Plattentellern dreht sich „Give Me Your Love“, eine Hit-Single aus den 80er Jahren von Frank Duvall. Der musikalische Inhalt ist jedoch zweitrangig, denn Joanna Schulte hat die beiden Tonarme so manipuliert, dass immer wiederkehrend ein und dieselbe Stelle wiederholt wird. Es entsteht ein unbestimmter Beat, der durch die Verwendung von zwei Stereo-Klangquellen eine Raumwirkung erzeugt. Je nachdem wo sich der Besucher im Raum befindet, entsteht eine Klangverfärbung: So erscheinen die beiden Beats teilweise synchron, um sich im nächsten Moment zeitlich und räumlich voneinander zu entfernen und sich dann wiederzufinden.

Die Hannoveraner Künstlerin Joanna Schulte verwendet in ihren Arbeiten häufig Wiederholungen und Dopplungen in verschiedener Form. In dieser Klangarbeit verweist sie mit der Verwendung des Loops einerseits auf die Wiederholung als einem der elementarsten Bestandteile von Musik und gleichzeitig auf die Unmöglichkeit der vollkommenen Gleichheit des Wiederholten an sich.

Joanna Schulte wurde in Osnabrück geboren, studierte in Hannover und schloss 2001 als Meisterschülerin von Prof. Ulrich Eller ab. Sie hatte diverse Einzel- und Gruppenausstellungen im In-und Ausland und erhielt Stipendien (u. a. ein Jahresstipendium des Landes Niedersachsen, ein Aufenthaltstipendium der Künstlerhäuser in Worpswede etc.) und gewann zahlreiche Preise. Aktuell ist sie mit einer Arbeit in der Ausstellung zum Marler Medienkunstpreis vertreten.

Die Ausstellung wird gefördert vom Niedersächsischen ministerium für Wissenschaft und Kultur