Öffnungszeiten

Mi–Do 10–17
Fr 14–17
Sa 13–18h
So u. Feiertags 11–18h


Eintritt frei!

Gruppe Schlossstrasse 8

24/11/2017–04/02/2018

Künstler*innen

  • Heinrich Heidersberger
  • Paul-Kurt Bartzsch
  • Gustav Kurt Beck
  • Hans Hirschler
  • Rudolf Mauke
  • Helga Pape
  • Jürgen Siems
  • Olga Szaif-Pawlowa
  • Peter Szaif
  • Gerhard Trommer

Kuratiert von Justin Hoffmann

Aktuelle bildende Kunst fand in Wolfsburg stets ein offenes Ohr. Wolfsburg wurde in Rekordgeschwindigkeit zur Kunststadt. In nur 22 Jahren nach Stadtgründung, im Jahr 1959, gründete man den Kunstverein Wolfsburg und erfand den Kunstpreis „Junge Stadt sieht Junge Kunst“. Dass man schließlich das Schloss Wolfsburg, das Wahrzeichen der Stadt, das ihr den Namen gab und zu jener Zeit als Logo auf dem VW-Käfer Verwendung fand, Gegenwartskünstlern zur Verfügung stellte, war in Deutschland einmalig.

Um das jahrelang leerstehende Gebäude wieder mit Leben zu füllen, suchte die Stadtverwaltung nach Künstlern mit überregionalem Ansehen, die sich angelockt von der Möglichkeit, in einem Schloss zu leben und zu arbeiten, in Wolfsburg niederlassen konnten.
Die Umwandlung von ungenutzter, leerer Architektur erinnert an die jüngere Geschichte, in der vorwiegend leere Industrieräume durch Ateliers und Studios kulturalisiert und neu nutzbar gemacht werden. Die Suche war erfolgreich. Im Laufe der kommenden Jahre wurden – orientiert an der Bauhaus-Idee – Werkstätten für Druckgrafik, Fotografie und Keramik eingerichtet.

Eine Gruppe junger Künstler, die sich nach der Adresse „Schloßstraße 8“ nennen sollte, besiedelte das bis Anfang der 1940er Jahre von den Grafen von Schulenburg bewohnte Gebäude. Dieser Schritt war nicht nur extrem modern, sondern auch gewagt. Es muss eine Sensation gewesen sein, als man das große Renaissanceschloss zur Wohn- und Arbeitsstätte von Künstlern, darunter auch ein documenta-Künstler, erklärte. Ende der 1950er Jahre gab es nichts Vergleichbares in Deutschland.

Im Herbst 1962 stellte die Gruppe „Schloßstraße 8“ das erste Mal gemeinsam aus, Sie wollte damit demonstrieren, dass das Experiment gelungen war. Mit dieser Präsentation wollte sich die Künstlergruppe bei der Stadt für die exzellente Möglichkeit des Arbeitens bedanken. Im Laufe der 1960er Jahre wurde die Gruppe erweitert. In der dritten Ausstellung im Jahr 1969 ist sie auf die zehn Künstler angewachsen. Dieser Generation der 1960er Jahre ist die Ausstellung im Kunstverein Wolfsburg gewidmet. Es ist die erste kuratierte Ausstellung dieser Künstlergruppe. Die vorangegangenen Präsentationen wurden von den Künstlern selbst konzipiert und organisiert.