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Christoph Vieweg

Soweit die Meldungen 2015: 365 Zeichnungen zu Nachrichtenmeldungen aus dem Radio

26/02–03/04/2016

Ein Jahr lang hat Christoph Vieweg täglich Radio gehört und zu den Meldungen verschiedener Sender direkt beim Hören intuitiv und schnell eine Zeichnung gemacht. Die entstandene Serie von 365 Arbeiten ist jetzt im Raum für Freunde des Kunstverein Wolfsburg als visuelle Tapete an die Wand gebracht worden. Sie ist mehr als nur die bildliche Entsprechung eines persönlich erfahrenen auditiv wahrgenommenen Nachrichtenjahrs. Christoph Vieweg selbst fungiert hier als Empfänger und gleichermaßen als Sender, indem er mit hunderten von Zeichnungen auch einen Grundton unserer Gesellschaft abbildet. Dies geschieht jedoch höchst subjektiv. Da im Radio kein Bild im eigentlichen Sinne geliefert wird, ist der Künstler vor allem auf seine eigene Vorstellung des Gehörten angewiesen.

Den richtigen Abstand zwischen vereinnahmender Nähe und distanzierter Beobachtung zu finden, hat in dem Langzeitprojekt ebenso eine Rolle gespielt, wie der Kampf um aktive Kontrolle und das einsetzende Gefühl von passivem Ausgeliefertsein, Überforderung und Ohnmacht.

Das Christoph Vieweg sich gerade das Medium Radio ausgesucht hat, ist dabei kein Zufall. Die Verwertung der Informationen geschieht hier viel unmittelbarer, weniger zielgerichtet und konzentriert. Zumeist werden noch gleichzeitig weitere Handlungen ausgeführt wie Autofahren, Kochen etc. Das Multi-Tasking verstärkt das Gefühl von den meisten Nachrichten nicht direkt betroffen zu sein und es entstehen kaum Reaktionen. „Die Zeichnungen sind ein künstlerischer Versuch den Radionachrichten eine Reaktion entgegen zusetzten, wieder eine Beziehung herzustellen zwischen dem Gehörten und mir als zeichnendem Zuhörer… und sie sind auch ein Versuch sich den Absurditäten und Zumutungen denen wir alltäglich ausgeliefert sind zu erwehren und diese genauer zu betrachten“, sagt Christoph Vieweg selbst.

Aktuell plant der Künstler die Veröffentlichung der Zeichnungen und Nachrichtenmeldungen zusammen mit einer medientheoretischen Betrachtung von Prof. Knut Ebeling Ende April als Buch.